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Führung, Selbstführung und Selbsterkenntnis

29.3.2019

Sun Tzu's Grundlage für gute Führung ist die Selbstführung. Selbstführung beinhaltet zunächst Selbsterkenntnis, die eigenen schwachen Stellen zu sehen, an den eigenen "wunden Punkten" zu arbeiten. In Sun Tzu's Worten: "Mache Dich selbst unbesiegbar." (4.1) Dann lässt man sich nicht mehr provozieren, nicht zu unüberlegten Handlungen hinreißen. So schreibt Sun Tzu beispielsweise zum Verhängnis der Ungeduld: "Wenn der Heerführer seine Ungeduld nicht zu zügeln weiss und seine Truppen wie Ameisen gegen die Stadtmauern schwärmen lässt, so werden ein Drittel von ihnen fallen und die Stadt bleibt uneingenommen." (3.9)

 

Vielmehr bewahrt Sun Tzu auch in schwierigen Situationen einen klaren Kopf, handelt souverän und überlegt. Selbstführung bedeutet auch, die eigenen Stärken zu sehen und sie einzubringen. Mit einer guten Selbstführung gelingt die Führung eines Teams besser. Zur guten Führung eines Teams gehört weiter, die Teammitglieder in ihren Stärken und Schwächen wahrzunehmen und entsprechend zu fördern und zu fordern. Der Teamleiter teilt nicht nur die Erfolge, sondern auch die Mühen mit dem Team. Insgesamt setzt Sun Tzu bei der Teamführung auf eine Mischung aus integrem Verhalten, Anerkennung und Konsequenz. So Sun Tzu zu Führung: „Ist der Führende integer, folgen ihm die Mitarbeiter in den gefährlichsten Situationen.“ (1.4) „Führungsqualitäten sind für mich Weisheit, Integrität, Menschlichkeit, Mut und Konsequenz.“ (1.7) "Sorge für das Wohlergehen deiner Männer..." (11.32)

 

Kennt man sich selbst, seine Schwächen und seine Stärken und weiss, sie zu meistern, wird auch der Umgang mit allen anderen Interessensgruppen - mit Kunden, Kollegen, Vorgesetzten, Shareholdern, Konkurrenten... - bewusster und konstruktiver. Hierzu formuliert Sun Tzu treffend: "Darum sage ich: Kenne den Gegner und dich selbst; so bist Du in hundert Schlachten niemals in Gefahr. Wenn Du den Gegner nicht kennst, Dich jedoch kennst, dann sind ist die Wahrscheinlichkeit für Sieg oder Niederlage gleich. Wenn Du weder deinen Gegner noch Dich selbst kennst, verlierst Du jede Schlacht." (3.31-33) Wenn von Sun Tzu von "Sieg" spricht, meint er nicht die Zerstörung der anderen Partei, sondern im Idealfall das Finden einer sinnvollen Vereinbarung zu beiderseitigem Nutzen: "Einen Staat zu erobern ist besser, als ihn zu vernichten." (3.1)

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