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Konflikte managen oder "Aus verschlungenen Pfaden gerade Wege machen"

14.5.2019

Lang schwelende Konflikte kosten Energie, das erkannte der chinesische Stratege Sun Tzu bereits vor 2.500 Jahren: "Ein sich lange hinziehender Konflikt macht kraftlos und stumpf." (2.3) Daher lohnt es sich, gezielt Zeit und Bewusstsein zu investieren, um Konflikte zu lösen.

Innerhalb eines Unternehmens können ganz unterschiedliche Konflikte auftreten. Sei es, dass zwei Parteien zerstritten sind und andere hineingezogen werden. Oder der Konflikt konzentriert sich auf eine Person, von der man den Eindruck hat, dass sie nicht kooperiert. Oder ein Projektteam ist sich uneinig über den nächsten Projektschritt, wodurch das Projektziel gefährdet wird. Oder, oder, oder…

Als einen ersten Schritt für die Lösung von Konflikten bietet sich an, ein übergeordnetes gemeinsames Anliegen zu finden. Das kann die Fertigstellung eines konkreten Projektes sein oder auch weiter definiert werden, wie beispielsweise "wir wollen zum Erfolg des Unternehmens beitragen" oder "wir wollen respektvoll miteinander umgehen". Die Mitarbeiter, die dieses Ziel bejahen, haben eine gemeinsame Basis gefunden. Ein gemeinsames "wofür" verbindet und nimmt die Spitze aus den individuellen Differenzen.

 

Auf dieser gemeinsamen Basis können nun persönliche Differenzen oder ein konkrete Streitthema in der Gruppe betrachtet werden. Die Öffnung des Konfliktes beinhaltet gegenseitiges Zuhören, angemessenes Formulieren von Kritik und Anregungen, sowie das Finden von Kompromissen, die dem gemeinsamen Ziel dienen.

 

Idealerweise bietet der Konflikt sogar Potenzial: Es wird diskutiert über etwas, was nicht optimal ist, und im gemeinsamen Darüber-Reflektieren kommt ein neuer Impuls, eine neue Perspektive! Dann ist gelungen, was ich Sun Tzu's Formulierung "Aus verschlungenen Pfaden gerade Wege machen" entnehme: Widerstände und Hindernisse wandeln sich in neue Betrachtungsweisen, neue Wege. "Die Schwierigkeit [im Konflikt] besteht darin, aus verschlungenen Pfaden gerade Wege zu machen und Probleme in Vorteile zu verwandeln.“ (7.2)

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