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Die Kunst der integren Führung nach Sun Tzu

2.3.2018

Ethisch vertretbares Handeln und Führen ist ein immer wiederkehrendes Thema in den Medien. Situationen werden offengelegt, in denen Menschen nicht im Einklang mit gesellschaftlich anerkannten Werten gehandelt haben. In der Wirtschaft folgt auf die öffentliche Diskussion meist der Rücktritt eines verantwortlichen Managers. Für ein Unternehmen kann dies ein Schritt in die richtige Richtung sein. Ein neuer Manager steht für eine neue Phase und kann das Unternehmen in die gewünschte Richtung lenken. Für seinen Erfolg ist entscheidend, ob er bestehende Strukturen im Unternehmen verändern kann. Öffentliche Aufmerksamkeit kann dabei helfen.

 

Integres Verhalten kann für Manager durchaus einen Konflikt mit bestehenden Strukturen im unternehmerischen Umfeld bedeuten. Ein Manager trifft in einem Unternehmen auf bereits bestehende Strukturen, auf Investoren mit Renditeforderungen und auf einen harten Konkurrenzkampf. Steht das Umfeld im Konflikt mit seinen Wertevorstellungen, stellt sich die Frage, wie weit er sich den Umständen anpasst und ob er neue Strukturen und Visionen schaffen kann.

 

Sun Tzu, der bekannte Feldherr aus dem frühen China, bezieht ganz klar Stellung: Gute Führung setzt Charakterfestigkeit voraus. „Ist der Führende integer, folgen ihm die Mitarbeiter in den gefährlichsten Situationen.“ (1.4) Er führt aus: „Führungsqualitäten sind für mich Weisheit, Integrität, Menschlichkeit, Mut und Konsequenz.“ (1.7) Ein General mit diesen Qualitäten wird seinerzeit „der Respektierte“ genannt.

Ein weiser Manager erkennt Veränderungen bereits in ihrem Keim und handelt angemessen. Ist er integer, wissen die Mitarbeiter, woran sie bei ihrem Chef sind. Sie respektieren ihn und stehen für ihn ein. Mit seiner Sympathie gegenüber den Mitarbeitern und der Anerkennung ihrer Leistung schafft er die Basis für eine gute Zusammenarbeit. Mut braucht er, um Chancen zu nutzen und Risiken in der richtigen Dosierung einzugehen. Gleichzeitig ist er konsequent in seinen Forderungen. Dies bewirkt, dass seine Mitarbeiter zuvor besprochene Anweisungen umsetzen und dass Prozesse ineinandergreifen wie Zahnräder.

 

Charakterfestigkeit braucht der Manager auch gegenüber den eigenen Vorgesetzten. Mit ihnen ringt er um die beste Lösung. Die die letzte Entscheidungsinstanz für sein Verhalten bleibt das eigene Gewissen. Sun Tzu: „Nicht jeder Anweisung muss Folge geleistet werden.“ (8.8) Sun Tzu sieht eine Führungsperson somit als eine charakterfeste und mental starke Persönlichkeit, die die sie umgebenden Strukturen maßgeblich prägt. Um all diese Qualitäten zu entwickeln, braucht es eine permanente innere Arbeit, ein Reflektieren über aktuelle Geschehnisse. Für Sun Tzu gehört die Entwicklung des eigenen Charakters zu den ersten Pflichten einer Führungspersönlichkeit.

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